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Ich muß ein bisschen weiter ausholen:
Ich war schon immer ein Hundefanatiker. Mein erster Hund war eine Zufallspaarung von einem Bauernhof - Mutter: Schäferhund, Vater: Bernersennenhund. Mich störte es niemals, das dieser Hund keinen Stammbaum hatte und es tat meiner Liebe zu ihm auch keinesfalls einen Abbruch. Im Gegenteil, für mich war er der einzig wahre. Die zweite Hündin stammt von einem Hausboot im Hamburger Hafen, auf dem alle Welpen, bis auf sie, bereits 'verschwunden' waren, usw.
Auch unsere Katzen, die wir eigentlich immer hatten, waren alles Tiere, die irgendwo über waren, schlecht behandelt wurden oder aus dem Tierheim. Ich habe noch niemals ein Tier gehabt, das von einem Züchter stammt und das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Selbst unsere Kaninchen sind ehemalige Wegwerfartikel von Anderen.
Ich fand den richtigen, echten Tierschutz schon immer interessant und fördernswert. Ich habe viel gelesen, ich habe gespendet, ich habe meine armen Socken aufgenommen, aufgepäppelt und zu (wie ich denke) glücklichen Tieren werden lassen.
Über den Auslandstierschutz hörte ich zumeist Stimmen, die dagegen waren. Es kamen Sprüche wie z. B. Hier gibt es genug Tiere im Tierheim, Tiere aus dem Ausland schleppen Krankheiten ein, die Organisationen wollen nur Geld verdienen, 'stehlen' Tiere, um sie hier teuer zu verkaufen, es sei wohl gerade in, ein Tier aus dem Ausland zu nehmen usw. usw.
Ich kann nur sagen: ALLES QUATSCH !!! Wenn man sich die Mühe macht, sich mit der Materie auseinanderzusetzen, sieht man die Dinge vermutlich in einem ganz anderen Licht. Ich kann jedem Punkt, der o. a. widersprechen. Natürlich gibt es sicherlich auch schwarze Schafe unter den 'Tierschützern', jedoch gibt es die in Deutschland doch wohl genauso. Bevor man also solch allgemeine, in meinen Augen, blöden Sprüche bringt, sollte man sich evtl. erst einmal selbst aufklären.
Ich bin durch Milo dazu gekommen, mich noch genauer über die Arbeit und Beweggründe der Auslandstierschützer zu informieren. Zwar ist er kein Hund, der über eine Organisation nach Deutschland vermittelt wurde, aber ich habe sehr wichtige Informationen und Hilfestellungen erhalten. Ich kann zukünftigen Interessenten an Tieren aus dem Ausland nur raten: Informiert Euch bei einer Organisation, die auf Euch einen vertrauenserweckenden Eindruck macht, hinterfragt ruhig. Seriöse Vereine werden Euch gern aufklären und die ganze Thematik nicht schön reden, sondern realitätsbezogen berichten und versuchen zu helfen.
Warum ich nun für mich selbst entschieden habe, im Tierschutz jetzt aktiv zu werden? Ein Grund ist sicherlich, das Milo mich wachgerüttelt und für dieses Thema enorm sensibilisiert hat. Ein anderer Grund ist, das ich die Arbeit und die Leute der Hunde-Bruecke e.V. kennen gelernt habe. Ich habe mitbekommen, wie geholfen werden kann und das lässt mich nicht mehr los. Darum bin ich nun aktiv dabei. Leider kann man nicht allen Tieren helfen, aber Einzelne zu retten, ist schon ein besseres Gefühl, als die Ignoranz meiner Mitbürger auf Erden noch zu unterstützen.
Es gibt leider viel zu wenig Menschen, die Tieren die Lobby zusprechen, die sie verdienen.
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Hier noch ein Brief eines Perrera-Mitarbeiters, der über seinen Tag berichtet:
Vielen Dank für die Zeit, die Ihr Euch nimmt um seine Zeilen zu lesen. Hut ab, Jazz, Danke für Deine Worte! Sie haben mich sehr bewegt und ich habe Deinen Brief sehr gerne übersetzt. Constanze Schöttler, 1. Vorsitzende von Perros de Catalunya e.V.
Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera
Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera , werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn Ihr mir erlaubt.
Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.
Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:
"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?
"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????
"Ich habe keine Zeit mehr für das Tier". Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.
"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?
Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:
Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.
Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.
Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.
Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.
Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge ...) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.
Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.
Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.
Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.
Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,-- € zu bezahlen.
Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:
Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.
Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.
Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.
Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?
Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.
Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.
Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.
Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.
Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.
Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: "Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren". Dann hätte sich alles gelohnt.
Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.
Jazz M. Onster.
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